
Was wir tun? Initiative ergreifen - Probleme öffentlich machen - Bildungspolitik konstruktiv kritisch begleiten. Und vor allem: uns einsetzen für gelingende Schulen!
Zur Information über uns steht Ihnen auch unser Flyer zu Verfügung, hier zum Download.
In einer Krise unserer Gesellschaft durch Globalisierung, Individualisierung und Medialisierung ist das Saarland als politische Einheit durch die aktuellen sozialen und ökonomischen Tiefenströmungen sowie den Strukturwandel besonders gefährdet. Bildung in unserer tief in der europäischen Geschichte verwurzelten Region muss deshalb stärker als anderswo Identität stiften, Mentalität modernisieren sowie Kompetenz und Selbstbewusstsein schaffen. Sie ist erste Aufgabe eines jeden Einzelnen von uns, unserer Gesellschaft und der Politik im Saarland.
Am 7. September 2006, dem Vorabend des Weltbildungstages, haben die Mitglieder der „Landesinitiative Rettet die Grundschulen im Saarland!“ ihre Organisation in eine überparteiliche, gemeinnützige Bürgerinitiative überführt und die „Landeselterninitiative für Bildung“ gegründet (inzwischen als Verein in das Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt). Wir wollen uns für eine bessere Bildung der Kinder engagieren. Das ist notwendig geworden, denn die Landesregierung hat die Investitionen in Bildung und Kultur drastisch gekürzt. So sind z.B. gegen eine große Bürgerbewegung, organisiert von der Landesinitiative Rettet die Grundschulen, und gegen 30.000 Bürgerinnen und Bürger, die einen Antrag der Initiative für ein Volksbegehren unterstützt haben, 109 Grundschulen geschlossen, die Wege für die Kinder weiter und die Klassen größer gemacht worden: So sind z.B. die Haushaltsmittel des Saarländischen Staatstheaters in einer Höhe reduziert worden, dass es zur Schließung eines Hauses und Verringerung des Angebots kommen musste.
Wir meinen: In dem Maß werden das Saarland und die Region Zukunft haben, wie es gelingt, die Bildung von Kindern weiterzuentwickeln und Orte zu kultivieren, an denen Wissen, Kompetenzen und Ideen gedeihen. Kinder sollen Eigeninitiative, Unternehmensgeist, Teilhabe und Mitverantwortung sowie eine demokratische Kultur des Zusammenlebens erlernen und erleben. Dafür wollen wir aktiv eintreten und darüber hinaus Eltern ein offenes Forum schaffen, ihre eigene Kompetenz hierfür zu erweitern und einzubringen. Wir veranstalten Workshops, Vorträge, Expertengespräche, Vorführungen von Dokumentationen und öffentliche Diskussionen. Wir bieten den Schulmitbestimmungsgremien der Eltern, bildungspolitisch Verantwortlichen sowie Schulträgern und interessierten Organisationen unsere Zusammenarbeit an.
Schulische Bildung im Saarland: mangelhaft
Die heutigen Fakten im Einzelnen:
a) Absteigerland bei Investitionen für Bildung
Der Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am Landeshaushalt ist mit 26,8 % der niedrigste von allen Bundesländern (Durchschnitt westliche Flächenländer 38,6 %, östliche Bundesländer 33,8 %).
Das Saarland (Land, Kreise, Kommunen) stellt an öffentlichen Bildungsausgaben am drittwenigsten von allen Bundesländern bereit (1 066 € je Einwohner; Sollzahlen 2011). Für die Bildung junger Menschen unter 30 Jahren sind am zweitwenigsten von allen Bundesländern eingesetzt (3 697 € je Einwohner unter 30 Jahren; wie Baden-Württemberg).
(Quelle: Statistisches Bundesamt - Bildungsfinanzbericht 2011 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Kultusministerkonferenz - Anhang Seiten 102-104, Tabellen 3.1-1 - 3.2-1).
Bei den Ausgaben der Länder für öffentliche Schulen rangiert das Saarland auf dem drittletzten Platz. Während im Bund die Ausgaben je Schüler im Jahr 2009 (5.500 €) gegenüber 2000 (4.300 €) um 28 % höher lagen, erreicht das Saarland 2009 (5.000 €) gerade einmal den Durchschnitt der Bundesländer aus dem Jahr 2007 und stagniert im Bundesvergleich auf niedrigem Niveau.

(Nachweis: Statistisches Bundesamt, Broschüre "Ausgaben je Schüler/-in an öffentl. Schulen", erschienen April 2012, und Veröffentlichungen der Jahre zuvor)
Für allgemein bildende und berufliche Schulen gab das Saarland nach dem Bildungsfinanzbericht 2011 im Jahr 2008 am zweitwenigsten aus (4 600 € je Schüler, wie Schleswig-Holstein).
Die laufenden Ausgaben je Studierender (ohne Humanmedzin/Gesundheitswissenschaften) lagen im Saarland im Jahr 2009 am niedrigsten von allen Bundesländern (4 800 € je Studierender).
(Quelle: Statistisches Bundesamt - Bildungsfinanzbericht 2011 - Anhang Seite 109, Tabelle 4.2.4-1, und Seite 112, Tabelle 4.3.4-1).
Die Jahresberichte des Rechnungshofes weisen aus, dass die Ausgaben für Lehrpersonal im Saarland im letzten vom Rechnungshof geprüften Jahr 2009 nur um 8,1 % höher liegen als im Jahr 2000, dagegen sind es für Polizei 15,8 % und für politische Führung 14,5 % mehr.
(Quelle: Jahresberichte des Rechnungshofes des Saarlandes)
Das Institut der deutschen Wirtschaft kommt im Bildungsmonitor 2010 zu dem Ergebnis: „Bildung genießt im Ausgabeverhalten der öffentlichen Hand im Saarland eine relativ geringe Priorität. Dies ist auf relativ niedrige absolute Ausgaben je Schüler an den Grundschulen (SL: 4.000 Euro, Durchschnitt: 4.200 Euro), den weiterführenden Schulen (SL: 5.000, Durchschnitt: 5.500 Euro) und den beruflichen Schulen (SL: 3.000 Euro, Durchschnitt: 3.600 Euro) zurückzuführen.“
Im Bildungsmonitor 2011 wurden diese Zahlen nicht mehr getrennt ausgewiesen, doch stellt das Institut fest: "Verbesserungspotenzial besteht vor allem bei der Förderinfrastruktur und bei der Inputeffizienz ... Im Handlungsfeld Inputeffizienz weichen viele Indikatoren zum Teil deutlich nach unten vom Durchschnitt der 16 Länder ab ... Auch die Investitionsquoten im allgemeinbildenden und beruflichen Schulwesen waren unterdurchschnittlich.".
(Quelle: „Bildungsmonitor 2010“ und „Bildungsmonitor 2011“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln)
Bezogen auf die Schulformen liegt das Saarland mit den Ausgaben je Schüler bei den Grundschulen auf dem drittletzten Platz (mit 4 600 €; Bundesschnitt 4 800 €). Bei den Schulen mit mehreren Bildungsgängen, im Saarland ist dies die ERS, auf dem letzten Platz (mit 6 100 €; Bundesschnitt 7 400 €), ebenso bei den Gesamtschulen (mit 5 600 €; Bundesschnitt 6 300 €). Auch bei den Gymnasien liegt das Saarland unter Durchschnittsniveau (mit 6 100 €; Bundesschnitt 6 200 €).
(Statistisches Bundesamt, Broschüre "Ausgaben je Schüler/-in an öffentl. Schulen", erschienen April 2012)
b) Zu wenig Lehrerzeit für die Schüler
Die Betreuungssituation und damit auch die Möglichkeit des individuellen Lernens und Förderns ist für die Schüler im Saarland im Vergleich zu den anderen Bundesländern wegen einer unzureichenden Personalausstattung der Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen (Sekundarstufe I) sehr ungünstig: Gymnasien: 26,4 Schüler je Klasse = 7. Platz unter den Bundesländern; Erweiterte Realschulen: 21,7 = viertletzter Platz; Gesamtschulen 26,4 = drittletzter Platz.
Bei den „erteilten Unterrichtstunden“ je Schüler liegt das Saarland bei den Grundschulen auf Platz 13 unter den Bundesländern, bei den Gesamtschulen auf Platz 9 von 15; bei den Gymnasien auf Platz 13 und den Erweiterten Realschulen auf dem zweitletzten Platz.
(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 1, Tabellen 1.1, 2.2 und 3.5, Dezember 2011)
An beruflichen Vollzeitschulen kommen auf einen Lehrer rechnerisch rund 21,0 Schüler, der schlechteste Wert in Deutschland (Bundesdurchschnitt: 11,3).
(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 2, Tabelle 2a, Dezember 2011)
Im Vergleich zum Schuljahr 2004/05 - dem letzten Jahr vor der Schließung von Grundschulen - sind die Klassen an Grundschulen im Schuljahr 2011/12 deutlich größer. So hat der Anteil der Klassen mit 21 bis 25 Schülern um 23,9 % zugenommen (von 713 bei insges. 2016 auf 658 bei insges. 1501), bei Klassen mit 26 und mehr Schülern beträgt die Zunahme 41,7 % (von 109 bei insges. 2016 auf 115 bei insges. 1501).
(Nachweis: Statistisches Amt Saarland, Sonderheft Allgemein bildende Schulen im Schuljahr 2011/12, vorläufige Zahlen, Tabelle 1.5, März 2012)
In der Sekundarstufe I haben im Schuljahr 2011/12 im Saarland 55,9 % der Klassen an Gymnasien und 66,0 % der Klassen an Gesamtschulen 26 und weit mehr Schüler.
(Nachweis: Statistisches Amt Saarland, Sonderheft Allgemein bildende Schulen im Schuljahr 2011/12, vorläufige Zahlen, Tabellen 6.3 und 7.3, März 2012)
c) Viel zu viel Nachhilfe wird gebraucht
Im Saarland müssen Eltern weit mehr Geld für Nachhilfe ausgeben und damit ein privat finanziertes Unterstützungssystem in Anspruch nehmen als in fast allen anderen Bundesländern. Die Aufwendungen pro Schüler liegen bei durchschnittlich 129 Euro, 21 Euro mehr als im Bundesdurchschnitt. Nur in Baden-Württemberg und Hamburg (je 131 Euro) müssen die Eltern mehr ausgeben. Am wenigsten müssen die Eltern ausgeben in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit 74 Euro.
(Quelle: Studie "Ausgaben für Nachhilfe – teurer und unfairer Ausgleich für fehlende individuelle Förderung" von Prof. em. Dr. Klaus Klemm und Annemarie Klemm im Auftrag der Bertelsmann Stiftung; erschienen Januar 2010)
d) Zu wenig erfolgreiche Schulabschlüsse
Im Jahr 2010 verließen im Saarland 566 Schüler das Schulsystem ohne Hauptschulabschluss: 5,6 % der Schulabgänger, nur geringfügig besser als der Bundesdurchschnitt 6,1 %.
(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 1, Ta-belle 6.5 Dezember 2011)
Das Saarland weist an beruflichen Schulen bundesweit mit 27,1 % die fünfthöchste Quote der Ausbildungsabbrüche auf.
(Quelle: „Bildungsmonitor 2010“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Ausbildungsabbrüche)
Das Saarland verzeichnet im Vergleich zu den anderen Bundesländern zu viele frühe Schulabgänger; 13,2 % der Bevölkerung zwischen 18 und 25 Jahren verfügen über keinen Abschluss im Sekundarbereich II. (Bundesdurchschnitt 11,9 %, bester Wert: Thüringen 6,3 %). Der Bildungsstand der Bevölkerung ist zu niedrig: Beim Anteil der 25- bis unter 65-Jährigen ohne beruflichen Abschluss und ohne (Fach-)Hochschulreife liegt das Saarland mit 16,2 % auf dem viertletzten Platz. (Bundesdurchschnitt 14,2 %, bester Wert: Sachsen 4,0 %).
(Quelle: Sozialberichterstattung der amtlichen Statistik des Bundes und der Länder, Stand 21.9.2011 - www.amtliche-sozialberichterstattung.de)
Der letzte IGLU-Bericht unter Federführung des Dortmunder Schulforschers Wilfried Bos belegt erneut den Einfluss der sozialen Herkunft auf die Schulkarriere der Kinder. Arbeiterkinder haben es bei gleicher Intelligenz und gleicher Leseleistung bundesweit fast dreimal so schwer, von Lehrern für ein Gymnasium empfohlen zu werden, wie Kinder aus der Oberschicht. Im Saarland ist der Einfluss der sozialen Herkunft im Bundesvergleich am größten; dort sind die Aussichten für Arbeiterkinder fast fünfmal geringer.
(Quelle: IGLU Folgestudie 2010, siehe auch
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,689511,00.html)
e) Zu wenig mittlere Reife oder Abitur
Bei der Quote der Absolventen mit mittlerem Abschluss (Realschulabschluss) liegt das Saarland auf Rang 13 unter den Bundesländern (mit 34,1 %; Bundesdurchschnitt 40,5°%).
Bei der Quote der Absolventen mit Abitur (allgemeine Hochschulreife) liegt das Saarland auf dem 8. Platz knapp unter dem Bundesdurchschnitt (mit 30,7 %; Bundesdurchschnitt 31 %).
(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 6.2 Dezember 2011)
Das Saarland liegt nach den Ergebnissen des Deutschen Lernatlasses 2011 bei den höheren Schulabschlüssen der Erwachsenen zwischen 20 und 24 Jahren auf Platz 15 der 16 Bundesländer.
(Quelle: Deutscher Lernatlas 2011, Kennzahl "Junge Erwachsene mit höherem Schulabschluss", http://www.deutscher-lernatlas.de)
f) Zu geringer Anteil der Bevölkerung mit Hochschulabschluss bzw. Promotion
Im Saarland haben nur 13% der 25- bis 64-Jährigen einen Hochschulabschluss bzw. eine Promotion; das ist nach Sachsen-Anhalt (12 %) die niedrigste Quote in Deutschland (Bundesdurchschnitt 17 %; OECD: 21 %). Nur 7 % haben einen Fachhochschulabschluss (Bund: 9%, OECD: 10%).
(Quelle: „Internationale Bildungsindikatoren im Ländervergleich 2011“ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, September 2011, Tabelle A1.3a)
g) Zu viele „Sitzenbleiber“
Unter den Ländern liegt das Saarland auf Platz 9 mit der Zahl an Schülern, die am Ende des Schuljahres das Klassenziel nicht erreichen. Im Saarland blieben im Schuljahr 2010/2011 insgesamt 1 841 Schüler sitzen. Dies entspricht einer Sitzenbleiberquote von 2,0% (Bundesdurchschnitt 2,0 %).
Im Sekundarbereich II schneidet das Saarland besonders schlecht ab. Mit einer Wiederholerquote von 3,9 % liegt das Land im Schuljahr 2010/2011 auf Platz 14 und deutlich hinter dem Bundesschnitt von 2,6 % (bester Wert: Brandenburg 1,3%).
(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 3.8, Dezember 2011)
h) Ausländische Schüler benachteiligt
Im Saarland erreichen nur 31,5 % der ausländischen Schüler, die eine Schule abschließen, den mittleren Bildungsabschluss. Das ist nur der 11. Platz in Deutschland (Bundesdurchschnitt 35,6 %, an der Spitze Sachsen 47,3 %, Niedersachsen 45,4 %, Sachsen-Anhalt 41,2 %).
Im Saarland erreichen nur 11,2 % der ausländischen Schüler, die eine Schule abschließen, das Abitur. Damit liegt das Saarland auf Platz 12 aller Länder (Bundesdurchschnitt 12,4 %, an der Spitze Mecklenburg-Vorpommern 41,4 %, Hamburg 35,5 %, Thüringen 34,0 %).
(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 6.2 Dezember 2011)
Die Wahrscheinlichkeit für ein ausländisches Kind, eine Förderschule L zu besuchen, ist im Saarland mehr als doppelt so groß wie die eines deutschen Kindes (1,6 % deutsche zu 3,3 % ausl. Schulkinder). Das Saarland liegt mit dem Anteil von ausländischen Schülern an Förderschulen (L) auf Platz 7 der Länder. Von insgesamt 1 752 Schülern an Förderschulen (L) besuchten 272 ausländische Schüler im Jahr 2010/2011 die Förderschulen (L), das entspricht einem Anteil von 15,5 %. (Bundesdurchschnitt 16,4 %, bester Wert Brandenburg 0,3 %, am Ende Baden-Württemberg 27,6 % und Hamburg 29,4 %).
(Quelle: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 1, Tabellen 1.1 und 3.10, Dezember 2011)
i) Schlechtestes ganztagsschulisches Angebot in Deutschland (nach Bayern)
Das Saarland hat nach Bayern das schlechteste Angebot an echten allgemein bildenden Ganztagsschulen in Deutschland. So kommt der Bildungsmonitor 2011 des Instituts der deutschen Wirtschaft zu dem Ergebnis: „Das Angebot an frühkindlicher Förderinfrastruktur im Saarland ist zwar in den letzten Jahren deutlich gewachsen, das Angebot an Ganztagsplätzen an den KITAs ist aber weiterhin geringer als im Bundesdurchschnitt. Die gestiegenen qualitativen Anforderungen an das Personal konnten noch nicht umgesetzt werden. Mit 1,7 % war der Anteil des Personals mit einem Hochschulabschluss in den KITAs im Jahr 2010 der niedrigste in ganz Deutschland (Bundesdurchschnitt: 3,9 %). An den weiterführenden Schulen ist die Ganztagsbetreuung weiterhin noch relativ wenig ausgebaut. So besuchten im Jahr 2009 nur 1,3 % der Schüler der Sekundarstufe 1 eine gebundene Ganztagsschule (niedrigster Wert in Deutschland; Bundesdurchschnitt: 14,2 %).“
(Zitat aus „Bildungsmonitor 2011“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln)
j) Lehrerschaft überlastet und überaltert
Im Saarland sind die Lehrkräfte zu stark belastet. Im Bundesvergleich scheiden nirgends mehr Lehrkräfte vorzeitig wegen Dienstunfähigkeit aus dem Schuldienst aus, obwohl Abschläge bei der Pensionierung hingenommen werden müssen. So wurden 2009 36,5 Prozent der pensionierten Lehrer wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand geschickt (Durchschnitt: 21,7 %, bester Wert Rheinland-Pfalz 11,7 %). Von allen Bundesländern belegt das Saarland hier mit Abstand den letzten Platz.
(Ergebnis des „Bildungsmonitors 2011“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, Indikator Dienstunfähigkeitslast)
Auch im Jahr 2010 ist der Anteil der Lehrerinnen und Lehrer, die im Saarland aufgrund von Dienstunfähigkeit vorzeitig in Pension gingen, mit 43 Prozent der mit Abstand höchste von allen Bundesländern (niedrigste Pensionierungsrate wegen Dienstunfähigkeit Rheinland-Pfalz 14 %, Bundesdurchschnitt 21 %).
(Nachweis: Statistisches Bundesamt, Fachserie 14 Reihe 6.1, Versorgungsempfänger des öffentlichen Dienstes, Tabelle IV-8 Versorgungszugänge von Empfängern und Empfängerinnen von Ruhegehalt im Schuldienst der Länder je Bundesland. Stand 6.12.2011)
Viele Lehrer im Saarland sind nah an der Pensionsgrenze. Fast die Hälfte der Lehrer an allgemein bildenden Schulen ist älter als 50 Jahre (48,6 %).
(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 1, Tabelle 7.3.1, Dezember 2011)
Noch gravierender zeigt sich das Problem an den beruflichen Schulen: Im Jahr 2011 waren 55,3 % über 50 Jahre alt. Da in den kommenden Jahren viele der älteren Lehrer in Pension gehen werden, steht das Saarland vor einem großen Problem – der Bedarf an jungen Ersatzkräften ist immens.
(Nachweis: Statistisches Bundesamt „Bildung und Kultur“ Schuljahr 2010/11, Fachserie 11, Reihe 2, Tabelle 1.6, Dezember 2011)
k) Geringster Anteil pädagogischer Fachkräfte mit Fachschulabschluss sowie des hochschulausgebildeten Personals unter den westlichen Bundesländern
Das Saarland hat unter den westlichen Bundesländern in der frühkindlichen Bildung den geringsten Anteil pädagogischer Fachkräfte mit Fachschulabschluss sowie des hochschulausgebildeten Personals. In der frühkindlichen Förderung war 2009 der Anteil der akademisch ausgebildeten Kräfte in den Kitas mit 1,3 % bundesweit der niedrigste Wert (Bundesdurchschnitt: 3,2 %, bester Wert: Bremen 9,3 %).
(Nachweis: Studie „Bildung in Deutschland 2010“ des Konsortiums Bildungsberichterstattung im Auftrag der Kultusministerkonferenz und des Bundesbildungsministeriums, Tab. C3-13web, Mai 2010)